E-Bike-Leasing: Steuervorteile und Vor- und Nachteile bei Gehaltsumwandlung

E-Bike-Leasing ist gerade ein absoluter Trend. Immer mehr Unternehmen ermöglichen es ihren Angestellten, ein Dienstrad oder Dienst-E-Bike zu leasen. Auch Freiberufler, Selbständige und Privatpersonen wollen wissen, ob es vorteilhafter ist ein E-Bike zu leasen, anstatt es zu finanzieren oder direkt zu kaufen.

Fragst auch du dich, ob und wie du vom Leasing eines E-Bikes profitieren kannst? Hier erfährst du, ob sich E-Bike-Leasing für dich lohnt und welche Nachteile du eventuell in Kauf nehmen musst:

So funktioniert E-Bike-Leasing

Was passiert beim E-Bike-Leasing überhaupt? Leasing ist im Grunde nichts anderes als das Mieten und Vermieten einer Sache. Beim klassischen Leasing gibt es zwei Parteien, den Leasinggeber (Vermieter) und den Leasingnehmer (Mieter). Der Leasinggeber stellt eine Sache zur Verfügung, für dessen Nutzung der Leasingnehmer eine monatliche Rate bezahlt.

Der große Unterschied zum Kauf ist, dass der Leasinggeber der Eigentümer der Sache bleibt. Rechte, Pflichten und Risiken gehen jedoch meist auf den Leasingnehmer über. Dieser ist dann verantwortlich, die Mietsache instand zu halten und muss für eventuell anfallende Reparaturen aufkommen.

Erklärung des E-Bike-Leasings
Zusammenspiel von Leasingnehmer, Leasinggeber und Verkäufer beim E-Bike-Leasing

Beim E-Bike-Leasing zahlst du mit deiner Rate für die Nutzung eines E-Bikes. In der Rate sind auch anteilig Kosten für eine obligatorische E-Bike-Versicherung enthalten. Diese kommt nach den jeweiligen Allgemeinen Versicherungsbedingungen für Schäden auf und sorgt im Falle eines Diebstahls oder Totalschadens für Ersatz. Zusätzlich können in der Regel auch weitere Service-Leistungen freiwillig dazugebucht werden.

Nach Ablauf des Leasingvertrags muss das E-Bike an den Leasinggeber zurückgegeben werden. Je nach Vereinbarung besteht für dich die Möglichkeit, das E-Bike nach Ablauf des Vertrags für einen niedrigen Betrag, den Restwert des geleasten E-Bikes, zu kaufen. Der Restwert liegt meist zwischen 10 und 20 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises.

Wer vom E-Bike-Leasing profitieren kann und was es zu beachten gibt

Die Nachfrage nach E-Bike-Leasing ist groß. Die meisten Leasingverträge werden zwischen Arbeitgebern und Leasinganbietern geschlossen. In den Genuss des günstigen Dienstrads kommen dann die Arbeitnehmer. Doch auch viele Privatpersonen und Selbständige haben den Wunsch über Leasing beim E-Bike-Kauf zu sparen.

Wie funktioniert das E-Bike-Leasing in den unterschiedlichen Fällen und welche Vor- und Nachteile bringt es jeweils mit sich? Das findest du hier heraus:

E-Bike-Leasing für Arbeitnehmer über den Arbeitgeber

So funktioniert das E-Bike-Leasing über deinen Arbeitgeber:

Erklärung des E-Bike-Leasings
Beim E-Bike-Leasing bekommt der Arbeitnehmer sein Wunsch-E-Bike und verzichtet dafür auf einen Teil seines Bruttogehalts.
  1. Der Leasinggeber, zum Beispiel eine auf Leasing spezialisierte Bank, kauft Fahrräder und E-Bikes bei stationären und Online-Händlern ein.
  2. Dein Arbeitgeber schließt einen Vertrag mit dem Leasinggeber für E-Bikes und Fahrräder. Damit wird er zum Leasingnehmer.
  3. Als Leasingnehmer zahlt dein Arbeitgeber die monatlichen Raten für die Nutzung der E-Bikes, inklusive Versicherung und gegebenenfalls Service-Leistungen, an den Leasinggeber.
  4. Dein Arbeitgeber vereinbart mit dir die Überlassung eines E-Bikes und die Entgeltumwandlung für die monatlichen Raten.
  5. Die monatliche Leasingrate und, je nach Vereinbarung, die Rate für Versicherung und Service zieht dir dein Arbeitgeber automatisch von deinem Bruttogehalt ab.

In der Regel schließt der Arbeitgeber den Vertrag nicht direkt mit dem Leasinggeber, sondern geht einen Rahmenvertrag und einen Dienstleistungsvertrag mit einer Leasinggesellschaft ein. Der Rahmenvertrag regelt die Zahlungsmodalitäten, Laufzeiten, Versicherungs- und Service-Pakete. Im Dienstleistungsvertrag verpflichtet sich der Leasinganbieter, die Abwicklung zu übernehmen und die benötigte Infrastruktur bereitzustellen.

Der Leasinganbieter arbeitet mit einer Bank zusammen, die das eigentliche Leasinggeschäft abwickelt. Sie kauft die Bikes und ist der eigentliche Leasinggeber, agiert aber im Hintergrund. Die E-Bikes werden in der Regel erst dann vom Leasinggeber gekauft, wenn der Arbeitnehmer sich für ein konkretes Modell entschieden hat. Für jedes E-Bike, das ein Unternehmen least, wird dann ein separater Leasingvertrag abgeschlossen.

E-Bike-Leasing für Angestellte über Gehaltsumwandlung

Bei der Gehaltsumwandlung wird die monatliche Leasingrate direkt von deinem Bruttogehalt abgezogen. Musst du die Versicherung und eventuelle Service-Leistungen selbst zahlen, werden dir auch diese Kosten direkt vom Brutto abgezogen. Häufig zahlen jedoch Arbeitgeber diese zusätzlichen Leistungen.

Dein Vorteil: Der Teil deines Gehalts, der direkt von deinem Bruttolohn abgezogen wird, wird nicht versteuert. Dadurch sinken deine Abzüge für Steuern und Sozialabgaben. Das führt dazu, dass das, was dir bei der Gehaltsauszahlung tatsächlich im Geldbeutel fehlt, geringer ausfällt als die zu zahlende Leasingrate.

Auch dein Arbeitgeber profitiert übrigens von der Gehaltsumwandlung. Denn auch er zahlt Sozialabgaben auf dein Bruttogehalt. Fällt dieses geringer aus, zahlt auch er weniger Sozialabgaben. Dein Dienst-E-Bike kannst du in der Regel auch privat nutzen. Hierfür werden Steuern fällig. Für Fahrräder und E-Bikes gibt es allerdings Steuervorteile, die deinen Geldbeutel schonen. Achtung: Da du weniger Sozialabgaben zahlst, verringert sich allerdings auch dein Anspruch auf Lohnersatzleistungen, wie zum Beispiel Elterngeld oder Arbeitslosengeld.

E-Bike-Leasing für Minijobber – lohnt sich das?

Das klassische Leasingmodell mit Entgeltumwandlung macht für Arbeitnehmer Sinn, weil es steuerliche Vorteile mit sich bringt. Der Grundsatz lautet hier: Je höher das Gehalt und umso teurer das Elektro-Bike, desto größer ist letztlich die Ersparnis auf den tatsächlichen Kaufpreis.

Auch wenn deine Einsparung aufgrund geringerer Steuervorteile niedriger ausfällt, kann sich E-Bike-Leasing für dich auszahlen. Schon allein deswegen, weil du die teure Anschaffung nicht auf einmal bezahlen musst, sondern monatlich über geringe Gehaltseinbußen abstotterst.

E-Bike-Leasing kann unter Umständen sogar dazu beitragen, dass du trotz eines regelmäßig höheren Bruttoeinkommens, weiterhin den Status eines Minijobbers behältst. Das macht es auch für deinen Arbeitgeber attraktiv.

Als Minijobber darfst du jährlich nicht mehr als 5.400 Euro verdienen, das sind umgerechnet 450 Euro pro Monat. Fällt dein durchschnittliches monatliches Bruttoeinkommen regelmäßig höher aus, zählst du nicht mehr als Minijobber. Eine monatliche Leasingrate für ein E-Bike senkt dein Bruttoeinkommen, sodass du möglicherweise weiterhin als Minijobber angestellt bleiben kannst. Dafür darf der geldwerte Vorteil nicht so hoch ausfallen, dass du über die Einkommensgrenze von durchschnittlich 450 Euro rutschst.

Beispiel-Rechnung für 3.500 Euro teures E-Bike:

Bruttoeinkommen:530 Euro
Monatliche Leasingrate:110 Euro
Geldwerter Vorteil:8 Euro
Sozialversicherungspflichtiges Entgelt:412 Euro

E-Bike-Leasing für Angestellte im öffentlichen Dienst

Als Angestellte/r im öffentlichen Dienst kannst du das Leasingmodell für E-Bikes in der Regel leider nicht nutzen. Grund hierfür sind beiderseitig gebundene Tarifverträge, die eine Entgeltumwandlung grundsätzlich nicht vorsehen bzw. die Umwandlung des Barlohns in Sachleistungen nicht erlauben.

Erhältst du zusätzlich zu deinem Tariflohn allerdings außer- oder übertarifliche Zahlungen, wie zum Beispiel Weihnachts- oder Urlaubsgeld, könntest du diese für das Leasing eines E-Bikes nutzen. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass dein Arbeitgeber das E-Bike-Leasing für solche Fälle überhaupt anbietet.

E-Bike-Leasing für Beamte

Auch als Beamte/r wird es schwierig für dich, ein E-Bike über eine Gehaltsumwandlung zu finanzieren. Als erstes Bundesland bietet Baden-Württemberg ab Sommer 2020 seinen 170.000 Beamtinnen und Beamten sowie Richterinnen und Richtern die Möglichkeit des Bike-Leasings über eine Entgeltumwandlung an. Auch Hamburg plant ein Leasingangebot für seine Angestellten und Beamten bereitzustellen.

Alternative zum E-Bike-Leasing: die kostenfreie Überlassung durch den Arbeitgeber

Hat dein Arbeitgeber einen kleinen Fuhrpark an E-Bikes, die du nutzen kannst oder überlässt er dir ein bestimmtes E-Bike, ohne dass du die Raten über eine Gehaltsumwandlung zahlen musst, fallen für dich überhaupt keine Kosten an. Selbst dann nicht, wenn du das E-Bike auch privat nutzen darfst. Denn es muss kein geldwerter Vorteil mehr versteuert werden. Diese Regelung gilt für alle Fahrräder und Pedelecs, die ab dem 1. Januar 2019 gekauft worden sind. Auch hierfür vereinbart dein Arbeitgeber einen Überlassungsvertrag mit dir, in dem geregelt ist, dass dir für die Nutzung des E-Bikes keine Kosten entstehen.

E-Bike-Leasing für Selbständige, Freiberufler und Gewerbetreibende

Bist du selbständig oder freiberuflich tätig oder betreibst ein Gewerbe, dann bringt das E-Bike-Leasing viele Vorteile für dich. Voraussetzung ist, dass du das E-Bike als Dienstrad über deine Firma least. Dann kannst du die Leasingraten als Betriebsausgaben geltend machen, sodass du dadurch weniger Steuern zahlen musst. Die laufenden Kosten deines E-Bikes, zum Beispiel für eine Inspektion oder anfallende Reparaturen, kannst du bei der Steuererklärung mit angeben.

Willst du dein Dienst-E-Bike auch privat nutzen, profitierst du seit Januar 2019 zusätzlich. Denn du musst seitdem für die Privatentnahme keine Steuern mehr abführen. Diese Regelung gilt bis Ende 2030. Bist du vorsteuerabzugsberechtigt, musst du zum Beispiel für die private Nutzung die Mehrwertsteuer nicht mehr abführen. Fährst du mit deinem geleasten E-Bike zur Arbeit, kannst du in der Steuererklärung trotzdem die Kilometerpauschale geltend machen.

E-Bike-Leasing für Privatpersonen

Überlegst du, ob es günstiger ist, ein E-Bike zu leasen als zu finanzieren? Als Privatperson – egal ob Rentner, Student oder sonstiges – genießt du beim Leasing eines E-Bikes keine Vorteile. Denn anders als beim Leasing über den Arbeitgeber, gibt es privat keine Steuererleichterungen auf die Leasingraten für dich.

Die monatlichen Raten fallen beim Leasing zwar meist geringer aus als die Raten bei einer Finanzierung. Dafür hast du bei der Finanzierung in der Regel mehr Gestaltungsspielraum und dir gehört das E-Bike bereits während der Finanzierung. Gerätst du in finanzielle Not, könntest du das E-Bike verkaufen und den Erlös für die Zahlung der Raten nutzen. Die Leasingraten musst du bis zum Vertragsende zahlen, ohne dass du dadurch Eigentümer des E-Bikes wirst. In deinen Eigentum geht das E-Bike erst über, wenn du nach Ablauf des Leasings noch den Restwert des E-Bikes an den Leasinggeber zahlst.

Einen Vorteil beim privaten E-Bike-Leasing hast du nur dann, wenn du bereits andere Finanzierungen laufen hast und du deinen Kreditrahmen nicht durch eine weitere Finanzierung belasten möchtest. In diesem Fall ist das Leasing eine Alternative, da die Raten deine Kreditwürdigkeit nicht herabstufen.

Steuervorteile beim E-Bike-Leasing

Bereits seit Anfang 2012 gilt eine Gleichstellung von Fahrrädern und E-Bikes mit Dienstautos. Da umweltbewusste Mobilität aktuell von der Bundesregierung stark gefördert wird, gibt es mittlerweile weitere steuerliche Vorteile, die E-Bike und Fahrrad gegenüber dem Auto sogar begünstigen.

Neue gesetzliche Regelungen sollen mehr Menschen zur Nutzung eines Fahrrads oder E-Bikes bewegen. Welche steuerlichen Vorteile sich beim E-Bike-Leasing aus diesen Regelungen für dich ergeben und worauf du achten musst, kannst du hier nachlesen:

Geringerer geldwerter Vorteil bei privat genutzten E-Bikes

Ein geldwerter Vorteil ist eine Sachleistung, die du zusätzlich zum Arbeitslohn erhältst. Beim E-Bike-Leasing entsteht ein geldwerter Vorteil, wenn du das geleaste E-Bike nicht nur dienstlich, sondern auch privat nutzt. Das ist bereits dann der Fall, wenn du mit dem E-Bike zur Arbeit fährst. Denn der Arbeitsweg ist Privatsache.

Seit dem 1. Januar 2020 wird für die private Nutzung eines Dienst-E-Bikes von Arbeitnehmern nur noch ein Viertel des Kaufpreises für die Besteuerung herangezogen. Der Viertel-Kaufpreis wird abgerundet auf volle 100 Euro. Ein Prozent dieses Betrags fließt in dein Bruttogehalt mit ein.

Berechnung des geldwerten Vorteils seit dem 1. Januar 2020:

Neukaufpreis x 25 Prozent x 1 Prozent

Beispiel:

3.000 Euro x 25 Prozent =
750 Euro (abgerundet: 700 Euro) 700 Euro x 1 Prozent =
7 Euro

Diese 7 Euro würden deinem sozialversicherungspflichtigen Bruttogehalt mit zugerechnet werden. Diese Regelung gilt nur für E-Bikes und Fahrräder, die erst im Jahr 2020 angeschafft worden sind. Für E-Bikes, die im Jahr 2019 angeschafft wurden, wird der halbe Kaufpreis zur Berechnung des geldwerten Vorteils herangezogen, für E-Bikes aus den Vorjahren gilt der volle Listenpreis.

Beispiel: Anschaffung 2019

3.500 Euro x 50 Prozent =
1.500 Euro

1.500 Euro x 1 Prozent = 15 Euro

Beispiel: Anschaffung vor 2019

3.500 Euro


3.500 Euro x 1 Prozent = 35 Euro

Achtung: Der Kaufpreis bezieht sich laut Gesetz auf die unverbindliche Kaufpreisempfehlung des Herstellers. Daher lohnt es sich nicht, ein gebrauchtes E-Bike oder ein stark reduziertes Vorjahresmodell zu leasen. Denn hierfür gibt es keine Steuererleichterung und du sparst effektiv weniger oder gar nichts im Vergleich zum Kauf.

Anders als beim Dienstauto muss der einfache Arbeitsweg, den du mit dem Dienst-E-Bike zurücklegst, nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden. Ebenso ist das Laden deines Dienst-E-Bikes auf deiner Arbeitsstätte für dich kostenfrei. Auch hierfür musst du keine Steuern zahlen.

Für Selbständige, freiberuflich Tätige und Gewerbetreibende entfällt die Besteuerung der Privatentnahme im Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis Ende 2021 komplett. Auch die Fahrt mit dem Dienst-E-Bike zur Arbeitsstätte muss nicht versteuert werden.

Geldwerter Vorteil bei Übernahme: So wird der Restwert besteuert

Möchtest du dein Dienst-E-Bike nach Ablauf des Leasings übernehmen, musst du den Restwert des Pedelecs noch begleichen. Dieser wird von den Leasinggebern meist sehr niedrig mit 10 bis maximal 20 Prozent der unverbindlichen Kaufpreisempfehlung angegeben. Die Finanzverwaltung rechnet allerdings mit einem Restwert von 40 Prozent. Die Differenz des tatsächlich gezahlten Restwertes und den angenommenen 40 Prozent muss als geldwerter Vorteil versteuert werden. Die Ersparnis bei der Anschaffung eines Leasingrads sinkt dadurch erheblich.

Beispiel:

Unverbindliche Kaufpreisempfehlung:3.500 Euro
Zu zahlender Restwert – 10 Prozent:350 Euro
Restwert laut Finanzverwaltung – 40 Prozent:1.400 Euro
Zu versteuernder Betrag:1.400 Euro – 350 Euro =
1.050 Euro

Hinweis: Bist du der Meinung dein E-Bike ist nach Ablauf des Leasingvertrags weniger wert als 40 Prozent der unverbindlichen Kaufpreisempfehlung, könntest du das mit einem Gutachten nachweisen lassen. Dieser umständliche Weg ist in der Regel aber gar nicht notwendig. Die meisten großen Leasinggesellschaften kaufen die E-Bikes vom Leasinggeber, wenn Kaufinteresse besteht, und zahlen die anfallenden Steuern. In diesen Fällen liegt der Restwert, den du zahlen müsstest, meist zwischen 15 und 20 Prozent.

Überlassung ohne Gehaltsumwandlung: Für Arbeitnehmer entstehen keine Kosten mehr

Überlassung ohne Gehaltsumwandlung bedeutet, dass dein Arbeitgeber die Leasingraten komplett selbst trägt. Das heißt, es findet keine Entgeltumwandlung der Raten über dein Bruttogehalt statt. Überlässt dir dein Arbeitgeber ein E-Bike, fallen überhaupt keine Kosten für dich als Arbeitnehmer an. Denn seit dem 1. Januar 2019 muss bei einer Überlassung ohne Entgeltumwandlung kein geldwerter Vorteil mehr versteuert werden.

Überblick: Vor- und Nachteile beim E-Bike-Leasing

Welche Vor- und Nachteile das E-Bike-Leasing mit sich bringt, findest du nachfolgend noch einmal zusammengefasst:

Vor- und Nachteile für Arbeitnehmer

Vorteile

  • Günstiger als Direktkauf und Finanzierung: Mit den Leasingraten zahlst du nur die Nutzung des E-Bikes, daher sind sie niedriger als die Raten einer Finanzierung. Durch die Steuervorteile bei der Entgeltumwandlung ist die Anschaffung durch das Leasing über den Arbeitgeber meist günstiger als über eine private Finanzierung. Auch beim Direktkauf wirken sich die steuerlichen Vorteile der Entgeltumwandlung aus. Die Ersparnis hängt von der Höhe deines Bruttogehalts und vom Kaufpreis des Leasing-Bikes ab.
  • Geringe monatliche Belastung: Die monatliche Belastung fällt beim Leasing vergleichsweise gering aus. Die Raten liegen meist im mittleren bis oberen zweistelligen bis unteren dreistelligen Bereich – abhängig vom Wert des E-Bikes und der Höhe deines Bruttolohns. Beim Direktkauf müsstest du mehrere tausend Euro komplett sofort zahlen. Die Raten bei einer Finanzierung fallen bei dem gleichen E-Bike meist deutlich höher aus als die Leasingraten.
  • Leasing mehrerer E-Bikes oder eines zusätzlichen Dienstautos möglich: Falls es dein Arbeitgeber zulässt, kannst du über das Arbeitgeberleasing auch weitere E-Bikes gleichzeitig finanzieren. Auch ein Firmenwagen zusätzlich zum E-Bike ist kein Problem. Für den Dienstwagen gelten allerdings andere steuerliche Grundsätze.
  • Das Leasing-Bike dürfen auch andere im Haushalt lebende Personen benutzen: Die Nutzung des E-Bikes ist nicht auf dich beschränkt. Dein/e Partner/in kann das E-Bike ebenfalls fahren, ohne dass dir dadurch Nachteile entstehen.

Nachteile

  • Weniger Arbeitslosengeld, Krankengeld, Elterngeld und Rente: Die Leasingraten verringern dein Bruttoeinkommen. Damit fällt auch die Berechnungsgrundlage für Lohnersatzleistungen und die Rente geringer aus.
  • Langfristige monatliche Belastung: Leasingverträge für E-Bikes werden in der Regel für 36 Monate geschlossen. Für diesen Zeitraum verpflichtest du dich zur Zahlung der Raten. Anders als bei einer Finanzierung, kannst du den offenen Betrag nicht vorzeitig abbezahlen.
  • Übernahme des E-Bikes ist nicht gesichert: Im Leasingvertrag wird keine Kaufoption auf das geleaste E-Bike festgeschrieben. Es wird lediglich vereinbart, dass der Leasinggeber die Möglichkeit hat, dem Leasingnehmer das Leasing-E-Bike zum vorher festgelegten Restwert anzubieten.
  • Langfristige Bindung an den Arbeitgeber: Die Möglichkeit der Übernahme besteht auch nur dann, wenn du bis zum Ende des Leasingvertrags bei deinem aktuellen Arbeitgeber angestellt bleibst. Verlässt du das Unternehmen vorzeitig, bleibt das Rad in der Firma, die ja der Leasingnehmer ist.

Vor- und Nachteile für Selbständige, Freiberufler und Gewerbetreibende

Vorteile

  • Schonung deiner Liquidität: Die Leasingraten können als Betriebsausgaben zu 100 Prozent geltend gemacht werden. Reparaturen, Inspektionen und weitere Aufwendungen für die Instandhaltung kannst du bei deiner Steuererklärung angeben.
  • Private Nutzung ist steuerfrei: Das gilt seit dem 1. Januar 2019 und ist gültig bis Ende 2030. Für die private Entnahme muss weder ein geldwerter Vorteil noch eine Mehrwertsteuer entrichtet werden.
  • Entfernungspauschale kann geltend gemacht werden: Die übliche Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer Arbeitsweg kannst du bei der Steuer geltend machen.
  • Freiwille Versicherungs- und Service-Leistungen: Während bei der Gehaltsumwandlung die E-Bike-Versicherung obligatorisch ist, kannst du wählen, ob du sie in Anspruch nehmen möchtest.

Nachteile

  • Langfristige Bindung: Mit dem Leasingvertrag verpflichtest du dich dazu, eine Nutzungsgebühr für, in der Regel, drei Jahre zu entrichten. Das schränkt deinen Spielraum für weitere Investitionen ein. Kommst du in finanzielle Schwierigkeiten, laufen die Raten weiter. Da das Elektrofahrrad nicht deiner Firma gehört, kannst du es nicht veräußern.
  • Geringe Flexibilität: Für den Leasing-Zeitraum bist du auf ein bestimmtes E-Bike festgelegt.