Die Lebensdauer deines E-Bike-Akkus verlängerst du mit diesen Pflege-Tipps!

Ob ein steiler Anstieg in den Alpen, peitschender Gegenwind an der Nordsee oder die 20 Kilometer lange Fahrt zur Arbeit am frühen Morgen – dank Akku-Unterstützung auf dem E-Bike alles kein Problem mehr. Heutige E-Bike-Akkus sind wahre Energiebündel. Im Schnitt halten sie laut Herstellerangaben zwischen 500 und 1.000 Voll-Ladezyklen. Das entspricht in etwa 25.000 bis 100.000 Kilometern oder Pi mal Daumen einer Lebensdauer von fünf Jahren.

Die Lebensdauer eines E-Bike-Akkus kannst du selbst positiv beeinflussen. In den folgenden Abschnitten haben wir Tipps für die Pflege und Wartung deines Akkus für dich zusammengetragen, die seine Haltbarkeit verlängern können:

Den E-Bike-Akku richtig laden: So geht’s!

In neuen E-Bikes sind grundsätzlich Lithium-Ionen-Akkus verbaut. Denn diese bringen folgende Vorteile mit:

  • Geringe Selbstentladung: Die Selbstentladung ist im Vergleich zu anderen Akkuarten sehr gering. Sie ist abhängig von der Temperatur und davon, ob der Akku sich am E-Bike befindet oder separat gelagert wird.
  • Kein Memory-Effekt: Kurz mal eben an die Steckdose? Kein Problem! E-Bike-Akkus mit Lithium-Ionen-Zellen können auch während einer kurzen Radpause geladen werden. Ein integriertes Batterie-Management-System schützt die Akkus vor Überlastung beim Laden und verhindert den sogenannten Memory-Effekt.
  • Eine lange Lebensdauer: Durch die geringe Selbstentladung und den nicht vorhandenen Memory-Effekt haben Lithium-Ionen-Akkus eine vergleichsweise lange Haltbarkeit.

Ob der Akku lädt, verraten dir die Lampen am Akku. Sie blinken während des Ladevorgangs. Die Akku-Lampen zeigen dir außerdem den Ladestand an. Ein Lämpchen steht für 20 Prozent Ladekapazität. Nach längerer Nichtnutzung solltest du den Akku nicht voll-, sondern zwischen 30 und 60 Prozent aufladen. Am Akku leuchten dann zwei bis drei Lampen.

Die Lebensdauer deines Akkus kannst du verlängern, wenn du dich beim Akkuladen an diese Regeln hältst:

  • Tiefentladung des Akkus vermeiden: Du schonst deinen Akku, wenn du ihn nicht komplett leer fährst. Muss der Akku nach vollständiger Entladung wieder auf 100 Prozent geladen werden, beansprucht das die Akkuzellen sehr stark. Stattdessen solltest du ihn:
  • Möglichst häufig Zwischenladen: Denn das schont die Akkuzellen und verlängert die Lebensdauer deines E-Bike-Akkus. Der ideale Ladestatus eines Lithium-Ionen-Akkus liegt zwischen 30 und 60 Prozent. Die Nutzung des Akkus im Bereich von 80 bis 100 Prozent des Ladezustands sowie im Bereich von 0 bis 20 Prozent belastet ihn am stärksten.
  • Immer das Original-Ladegerät verwenden: Lädst du den E-Bike-Akku mit einem anderen Ladegerät, kann es passieren, dass die Kommunikation zwischen Netzteil und Batterie-Management-System nicht funktioniert. Unter Umständen reicht dann ein Ladezyklus aus und der Akku ist kaputt.
  • Akkus mit sichtbarer Beschädigung nicht aufladen: Ist die Hülle des Akkus nach einem Sturz beschädigt, kann auch der Akku innen beschädigt sein. Es besteht dann Brand- und Explosionsgefahr. Zur Sicherheit solltest du den Akku im Fachhandel überprüfen lassen.
  • Den Akku möglichst bei Zimmertemperatur laden: Lithium-Ionen-Akkus mögen weder Kälte noch Hitze. Am schonendsten lädst du deinen Akku bei Temperaturen um 20 Grad auf.

Akku-Wartung in der Fachwerkstatt

Mindestens einmal pro Jahr sollte ein Fahrrad zur Inspektion in eine Fachwerkstatt. Für ein E-Bike gilt für eine professionelle Wartung ein Richtwert von 500 bis 1.000 gefahrenen Kilometern. Die Bremsen beispielsweise werden nämlich in der Regel deutlich mehr beansprucht als beim Fahrradfahren. Daher sollten sie auch häufiger kontrolliert werden.

Doch nicht nur die mechanischen Teile werden bei der E-Bike-Inspektion genau unter die Lupe genommen. Der elektrische Antrieb und seine elektronische Steuerung sind ebenfalls Bestandteil der Wartung. Hierzu gehört auch der Akku. Eine Fachwerkstatt prüft:

  • die Anzahl der Ladezyklen: Mit einem speziellen Messgerät kann auslesen werden, wie viele volle Ladezyklen der Akku schon durchlaufen hat. So bekommst du eine erste Einschätzung, in welchem Zustand sich dein Akku befindet.
  • die Ladekapazität deines Akkus: Auch hierfür wird für die meisten Akkus ein spezielles Messgerät benötigt. Anhand der verbleibenden Ladekapazität kannst du abschätzen, wieviel Reichweite du mit einer Akkuladung in etwa erzielen kannst.
  • die Akkukontakte: Sind die Kontakte deines Akkus verschmutzt oder bereits leicht korrodiert, müssen sie gereinigt und mit einem speziellen Pflegemittel behandelt werden.

Akkukontakte, die nicht mehr reibungslos funktionieren, solltest du immer von einer Fachwerkstatt prüfen lassen. Vorbeugen kannst du der Korrosion so:

Kontakte pflegen und den Akku vor Korrosion schützen

Matsch, Staub und anderer Schmutz sind schädlich für die empfindlichen Komponenten deines E-Bikes, zu denen auch der Akku gehört. Sind die Akkukontakte verdreckt, kann der Akku keinen sauberen Kontakt zum E-Bike mehr herstellen. Damit fließt im schlimmsten Fall kein Strom mehr und du kannst den Motor nicht starten. Um dem vorzubeugen, ist eine regelmäßige Reinigung des E-Bikes und des Akkus Pflicht!

Ist der Akku deines E-Bikes im Rahmen verbaut, musst du dir über diese Frage keine Gedanken machen: Kann der Akku bei der Reinigung am E-Bike bleiben oder muss er entfernt werden? Für alle anderen gilt: bitte Herstellerangaben beachten. Einige Hersteller möchten, dass der Akku vor der Reinigung des Rahmens entfernt wird, um ihn vor Wasser zu schützen. Andere geben vor, dass er am E-Bike bleiben soll, weil er so konzipiert ist, dass das Wasser gut ablaufen kann. Egal wie, auf alle Fälle gilt:

Wasser an den Akkukontakten vermeiden

Denn Nässe und Feuchtigkeit führen zur Korrosion der Akkukontakte. Bei Kontaktschwierigkeiten leitet der Strom schlechter und dein E-Bike kann nur schwer oder gar nicht mehr starten. Daher solltest du mit Wasser im Bereich des Akkus immer sparsam umgehen. Hast du den Akku vor der Reinigung abgenommen, kannst du die Kontakte abkleben. So stellst du sicher, dass sie nur wenig mit Wasser in Berührung kommen.

Ob du dein E-Bike mit Gartenschlauch, Schwamm oder Lappen putzt, ist dir überlassen. Nur eines solltest du unbedingt beherzigen: Die Reinigung des Akkus mit einem Hochdruckreiniger ist absolut tabu! Denn durch den hohen Druck dringt das Wasser auch durch feine Ritzen und sorgt für Korrosion an den Kontakten, aber auch im Akku selbst, wenn es eindringt. Damit verkürzt du die Haltbarkeit deines Akkus erheblich.

Die richtige Kontaktpflege erhöht die Lebensdauer des Akkus

Kontakte muss man pflegen: Nach der Reinigung werden die Kontakte am E-Bike und am Akku, am besten mit einem fusselfreien Tuch, getrocknet. Anschließend kannst du, je nach Bedarf, ein Kontaktspray aufsprühen, um die Leitfähigkeit zu verbessern oder ein Polfett auftragen, um die Kontakte vor Korrosion zu schützen.

Regen und Nässe: So gefährlich kann Feuchtigkeit für deinen Akku werden

Nicht nur bei der Reinigung deines E-Bikes kommt der Akku mit Wasser in Berührung. Auch bei einer Fahrt durch Regen oder durch matschiges Gelände wird der Akku nass. Und auch bei hoher Luftfeuchtigkeit kann Wasser in deinen Akku eindringen.

Grundsätzlich stellt die Berührung mit Wasser allerdings keine große Gefahr für deinen Akku dar. Laut Herstellerangaben sind E-Bike-Akkus spritzwassergeschützt. Gerätst du während der Fahrt in einen Regenschauer, sollte dein E-Bike das wegstecken. Tiefe Pfützen solltest du hingegen vermeiden, denn der Akku darf nicht in Wasser eingetaucht werden. Ein E-Bike ist nämlich nur wasserresistent, aber eben nicht wasserfest.

Bei Regen und hoher Luftfeuchtigkeit solltest du dein E-Bike daher lieber im Trockenen parken, um den Akku und andere empfindliche Elektronikteile vor der Nässe zu schützen. Die Lebensdauer deines Akkus verlängerst du, wenn du ihn nach jedem Ritt durch den Regen mit einem Tuch trockenwischst. Auch über die Kontakte am E-Bike solltest du vorsichtshalber immer mit einem fusselfreien Tuch wischen, um eventuelle Nässe zu entfernen.

Schütze deinen Akku vor direkter Sonneneinstrahlung

Nicht nur Feuchtigkeit kann deinen Akku beschädigen. Auch direkte Sonneneinstrahlung kann die Lebensdauer deines Akkus verkürzen. Das Gehäuse des Akkus hat meist eine dunkle Farbe, passend zum Rahmen des E-Bikes. Sonneneinstrahlung wird so sehr stark absorbiert und führt schnell zu einer großen Hitzeentwicklung. Sie schadet den Akkuzellen und raubt deinem Akku seine Leistungsfähigkeit.

Sind Lithium-Ionen-Akkus zu hohen Temperaturen ausgesetzt, können sie ihre gespeicherte Energie schlagartig und unkontrolliert abgeben. Als „Thermisches Durchgehen“ wird das bezeichnet. Im schlimmsten Fall geht der Akku in Flammen auf. Hitze schadet deinem Akku dauerhaft, daher solltest du sie unbedingt vermeiden. So kannst du starken Hitzeeinwirkungen vorbeugen:

  • In der Regel reicht der Fahrtwind zur Kühlung des Akkus aus. An sehr heißen Tagen im Sommer solltest du bei einer Fahrt durch die pralle Sonne aber sicherheitshalber auf die volle Motorunterstützung verzichten. Denn das Batterie-Management-System fährt den Akku bei zu großer Hitze runter und du musst dann mit eigener Kraft durch die Hitze radeln.
  • Stelle dein E-Bike nicht direkt in die Sonne. Falls kein Schattenplätzchen frei ist, entferne den Akku vom E-Bike und wickle ihn am besten in ein helles Tuch. Wenn möglich, verstaue den Akku im Rucksack oder in einer Tasche.
  • Lasse den Akku an heißen Sommertagen nicht im Auto liegen.

Extreme Kälte beeinflusst die Lebensdauer meist nicht

Akkus sind nicht nur hitze-, sondern auch kälteempfindlich. Diese Eigenschaft bedeutet allerdings nicht, dass du dein E-Bike an Tagen mit Minustemperaturen stehen lassen musst. Während der Fahrt erwärmt sich der Akku nämlich selbst durch die Wärmebildung bei der Stromerzeugung. Gib deinem Akku etwas Zeit, sich an die kalten Temperaturen zu gewöhnen. Die volle Motorunterstützung solltest du, wenn überhaupt, erst nach circa 15 Minuten Fahrtzeit einschalten. Bis dahin hat dein E-Bike seine Betriebstemperatur erreicht.

Ein kalter Akku ist weniger leistungsfähig als ein Akku bei Zimmertemperatur. Frostige Temperaturen unter 5 Grad minus, können sich daher auch auf die Reichweite auswirken. Je nach Fahrstil kann diese nur noch 75 Prozent betragen. Dieser Verlust ist aber nicht dauerhaft und wirkt sich nicht nachteilig auf die Lebensdauer deines Akkus aus.

Kommst du nach deiner Tour nach Hause, nimm den Akku mit ins Warme. An die Steckdose zum Laden sollte er erst, wenn er sich wieder auf Zimmertemperatur erwärmt hat. Lädst du den Akku im kalten Zustand, kann das langfristig negative Folgen für ihn haben. Da im Winter die Straßen häufig verdreckt und mit Streusalzen behandelt sind, reinige die Kontakte mit einem trockenen Tuch und fette sie, wenn notwendig, ein.

So lagerst du deinen E-Bike-Akku im Winter richtig

Ist es dir im Winter grundsätzlich zu kalt zum E-Bike-Fahren, lagerst du dein E-Bike am besten bis zum nächsten Frühjahr ein. Das gilt es bei der Akku-Lagerung im Winter zu beachten:

  • Akku säubern: Bevor du den Akku einlagerst, säubere ihn. Das Gehäuse kannst du mit einem feuchten Tuch abwischen, die Kontakte mit einem trockenen Tuch.
  • Akku bei Zimmertemperatur lagern: Während dein E-Bike den Winter auch im unbeheizten Keller oder unter dem trockenen Carport gut übersteht, solltest du deinem Akku ein trockenes und warmes Plätzchen gönnen. In einem Raum mit 15 bis 20 Grad fühlt er sich wohl.
  • Akku zwischen 30 und 60 Prozent aufladen: Der Akku sollte weder tiefentladen noch komplett vollgeladen in die Winterruhe geschickt werden. Ideal ist ein Ladezustand zwischen 30 bis 60 Prozent.
  • Überprüfe den Ladestand alle zwei bis drei Monate: Auch Lithium-Ionen-Akkus entladen sich, wenn auch deutlich geringer als andere Akkus. Liegt der Ladestand unterhalb von 30 Prozent, lade ihn wieder auf bis er wieder zwischen 30 und 60 Prozent liegt.

Ein sicherer Akku-Transport hilft die Lebensdauer zu verlängern

E-Bikes sind beliebte Reisebegleiter. Damit dein Akku unterwegs keinen Schaden nimmt, entferne ihn vom E-Bike, bevor du mit Auto, Zug oder Wohnmobil losfährst – es sein denn er ist fest im Rahmen verbaut. Denn nur ein gut verstauter Akku ist vor Regen und Hitze, Stößen und auch Diebstahl geschützt.

Transportierst du dein E-Bike mit dem Auto:

  • Verstaue den Akku rutschfest im Fuß- oder Kofferraum.
  • Auf der Rückbank oder Heckablage hat er nichts zu suchen, da er bei einer starken Bremsung oder einem Aufprall Stöße abbekommt und leicht zum Geschoss werden kann.
  • Auf der Heckablage wird es dem Akku an sonnigen Tagen außerdem schnell zu heiß.
  • Nach der Ankunft am Zielort, sollte auch der Akku schnellstmöglich das Auto verlassen, um ihn vor Hitze und Kälte zu schützen.